Was können wir von der neuen Technologie erwarten und was hat der KVP damit zu tun?

Einer der aktuell meistbenutzen Begriffe in der Wirtschaftsliteratur ist derzeit die Blockchain. Es gibt fast keine Veranstaltung oder Veröffentlichung ohne dieses ‚buzzword‘. Doch aufgepasst! Will man die Vorteile dieser Technologie nutzen, sollte man jetzt schon wissen, was das Unternehmen nach Einführung der Blockchain erwartet. Warum, sagen wir Ihnen hier!

Wie funktioniert die Blockchain?

Dieses auf mehrere Rechner verteilte Daten-Protokoll wird technisch auch als Distributed Ledger Technologie (DLT) bezeichnet, die Technologie, die auch für Bitcoins genutzt wird. Das Speichern der Informationen auf mehreren Rechnern soll das Vertrauen in die Informationen über Waren und Dienstleistungen der Wertschöpfungskette erhöhen. Durch das Teilen von Status-Informationen wird das Gesamtbild transparent. Mehr Information, schneller, zu geringeren Kosten!

Welches Problem löst die Blockchain?

Ein Beispiel aus der Praxis der Container-Schifffahrt: Es gab Zeiten, da hat man als Versender von Ware über eine Verspätung von Containern erst nach Wochen erfahren, wenn Kunden sich beschwert haben, dass die Ware nicht im Zielhafen gelöscht werden konnte. Nach mehreren Telefonaten konnte man dann eventuell die Ursachen herausfinden und geeignete Maßnahmen einleiten. Die Ursachenforschung war teilweise Detektivarbeit und die Qualität der Informationen oft gering. Sturm auf See, Transfer-Hafen überfüllt oder die Papiere waren nicht in Ordnung. Manchmal galten auch mehrere Gründe gleichzeitig, was die Analyse nicht unbedingt leichter machte.

Sämtliche Dienstleister in der Wertschöpfungskette versuchen deshalb schon immer die nötigen Informationen schnell bereitzustellen, um die Transaktionskosten zu senken. Als Innovation der 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es standardisierte Status-Meldungen der Verladung über den elektronischen Datenaustausch, genannt EDIFACT. Seitdem ist es möglich – wenn Standards und Prozesse eingehalten werden –, dass die richtigen Empfänger die Informationen über Probleme schon bei deren Entstehung erhalten. In der Praxis: Eine Lösung kann bei Störungen bereits erarbeitet werden, wenn das Schiff im Ausgangshafen abfährt. Wochen sind gewonnen – bares Geld! Mit Blockchain wird die Bereitstellung dieser Information noch schneller und zuverlässiger, vielleicht schon bevor der Container überhaupt verladen oder produziert wird.

Welches Problem löst sie nicht?

PDCA (Plan, Do, Check, Action) – die vier Schritte der gleichnamigen Management-Methode

Unternehmen, die jedoch die zur Verfügung stehende Datenbasis nicht aktiv analysieren und herausfiltern, welche Informationen tatsächlich zur Erhöhung der Wertschöpfung beitragen, die können auch mit einer neuen Technologie und den Projekten viel Geld versenken, ohne Mehrwert. Auch nach Einführung von Blockchain-Technologie wird es notwendig sein, die Unternehmens–Potentiale zu analysieren und zu definieren, mit welchen Prozessen eigentlich genau die Wertschöpfung im eigenen Unternehmen stattfindet – mit welchen Technologien, mit welchen Prozessen und mit welchen Teams. Entscheidend ist, dass ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) im Unternehmen organisatorisch installiert wird, etwa mit der altbekannten PDCA Methode: Plan – Do – Check – Act.

Nach der Blockchain ist vor der Blockchain!

Erst wenn ein Unternehmen für die wertschöpfendenden Prozesse die Optimierungs-Potentiale definiert, kann die Investition in neue Technologie sinnvoll sein. Geeignete Lösungen finden sich erst dann, wenn man das zu lösende Problem identifiziert hat und Vorteile quantifizieren kann. Unsere Empfehlung: Warten Sie nicht erst auf die neue Blockchain-Technologie. Stellen Sie schon jetzt die Analyse der Unternehmensprozesse als Vorbereitung auf die neue Technologie ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Somit unterstützt und ermöglicht Business Process Management den Innovationsprozess. Und das gilt nicht nur für die Container-Schifffahrt!